Partnerseiten: Hotel Tipps | Slogr | Sloadr | Switzr

Selbstinszenierung und Cyber-Mobbing im Internet

Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen ohne Internet nicht mehr aus. Als „Digital Natives“ sind sie ganz natürlich mit dem Medium „Internet“ aufgewachsen und können sich nicht vorstellen, ohne das Internet ihren Alltag zu bestreiten. Selbst der Verzicht auf die Mitgliedschaft in sogenannten „Social Networks“ ist kaum noch vorstellbar, obwohl von diesen Plattformen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Nutzer ausgeht, denn das gesamte Leben wird hier, durch die digitale Selbstinszenierung, zum offenen Buch. Es gibt zwar eine ganze Reihe Einstellungen auf den Seiten um die Privatsphäre zu schützen, nutzen diese jedoch mehr als die Hälfte der Nutzer nicht. So wird das gesamte dort veröffentlichte Datenmaterial öffentlich im Web zur Schau gestellt. Bereits 85 Prozent der Jugendlichen, die über einen Internetzugang verfügen, sind auch in Sozialen Netzwerken angemeldet. Öfter als gedacht gerät man durch diese Zurschaustellung der eigenen Person in den Mittelpunkt von Cyber-Mobbing oder auch Cyber-Bulling, also absichtliches Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer, mithilfe moderner Kommunikationsmittel. Mobbing im Internet ist sehr weit verbreitet und bereits jeder vierte User hat dieses Phänomen schon mal am eigenen Leib erlebt. Denn viele der Kinder und Jugendlichen halten sich mittlerweile schon mehr in der virtuellen als in der realen Welt auf. Diese Welt bietet durch ihre Anonymität viel mehr Bereitschaft zum Mobbing, da hier Dinge getan werden können, die man normalerweise in realen Lebensbedingungen nicht tun würde. Ohne dass man hier zur Rechenschaft gezogen zu werden, können andere Menschen bloßgestellt werden.

Die Formen des Mobbings im Internet sind vielfältig: Fotos mit Beleidigungen werden veröffentlicht und kommentiert, Hassgruppen gegen Opfer werden gegründet, Fotomontagen werden angefertigt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen stammen die Täter in über 80 Prozent aus der eigenen Schulklasse. Mobbing beginnt also fast immer auf dem Schulhof und verlagert sich dann auf Soziale Netzwerke, ohne dass die Täter die Auswirkungen überhaupt abschätzen können. Denn anders als beim realen, direkten Mobbing können es beim Cyber-Mobbing unzählige User lesen und das dort Gesagte oder Veröffentlichte verbreitet sich sehr schnell.

Viele Bundesländer haben bereits Kampagnen und Projekte sowie Selbsthilfe-Plattformen im Kampf gegen Cyber-Mobbing gestartet. Auch die Eltern der Kinder und Jugendliche müssen an das Thema „Erziehung zu Medienkompetenz“ herangeführt und sensibilisiert werden, um ihren Kindern in diesen Situationen helfen zu können. Es werden auch Stimmen laut, die ein Unterrichtsfach in der Schule fordern, welches speziell auf die Ausbildung von Medien- und Datenschutzkompetenz bei Kindern und Jugendlichen ausgerichtet sein muss.

Datenschutzbeauftragte und die Politik fordern von den Entwicklern und Betreibern der Plattformen schon lange Datensicherheit und Anleitungen für die junger User im Netz. Die Reaktionen der „Social Networks“ fallen jedoch leider sehr unterschiedlich aus. Nur wenige Betreiber sehen ihre Verantwortung im Rahmen dieses Themas nicht. Viele pflichtbewusste Plattformen jedoch wissen um dieses Problem und wollen aufklären und informieren wie User untereinander und miteinander innerhalb des sozialen Netzwerks umgehen sollen und entwarfen Verhaltenskodexe. User dich sich daran nicht halten werden verwarnt oder der Plattform verwiesen, indem der Account gelöscht wird.

Auch in diversen Internetforen wird die Notwendigkeit von Interneterziehung als Unterrichtsfach gefordert und heiß diskutiert.


Autor   Helena Schmidt
Aufrufe  188
Stimmen  keine
durchn. Bewertung  0 / 10 Punkte
Kommentare  keine
Artikel empfehlen  Artikel empfehlen
Artikel drucken  Artikel drucken
kommentieren  kommentieren



Artikel bewerten

Bitte bewerten Sie diesen Artikel auf einer Scala von 1 bis 10 (10=sehr gut)

12 34 56 78 910