LED Lampen im praktischen Alltagstest
Der Leuchtdiode (kurz LED) ist eine großartige Zukunft vorausgesagt worden. Und es scheinen viele Beispiele dafür zu sprechen, dass die Weissagungen auch eintreten werden. So setzen sich LED Lampen zusehends mehr im Haushalt, am Arbeitsplatz und sogar im Automobilbau (Scheinwerfer, Bremsleuchten) in Szene. Doch wie ist es nun mit der Effektivität bestellt? Diese Frage lässt sich natürlich mit einer mehr oder weniger umfangreichen Abhandlung über die physikalischen Besonderheiten der LEDs abhandeln. In der Praxis und für den Endverbraucher bringt das gar nichts.
Dem schauen wir beim Einkauf über die Schulter. Im Supermarkt sieht er die 60 Watt Birne, das klassische Modell, das man schon aus dem Elternhaus kennt und das fast universell einsetzbar war und auch noch ist. 60 Watt mit E27-Schraubgewinde, wahlweise klar oder matt, 10er Pack für knapp zwei Euro. Da greift man doch gerne zu und legt sich einen Vorrat an. Doch dann kommt das schlechte Gewissen, das von so Weisheiten erzählt wie dem geringen Wirkungsgrad der Glühlampe, die nur sehr wenig Energie in Licht umsetzt, dafür aber reichlich Abwärme an der Zimmerdecke parkt. Also wandert der Blick durch die Auslagen und das nicht geschulte, aber neugierige Auge entdeckt die LED Lampen. Da gibt es dann zum Beispiel die Lampen mit 24 LEDs, sogar in warmweiß für E27-Schraubsockel für 4,49 Euro. Das soll ein Angebot sein und wirklich erinnert sich der schwach werdende Käufer daran, dass diese LED Packungen in der letzten Woche noch 6,99 Euro gekostet haben. Na, wenn das kein Schnäppchen ist. Also rein in den Wagen und ab damit durch die Kasse und nach Hause, ausprobieren.
Das erste Testobjekt ist vielleicht die Flurbeleuchtung. Die die Decke unnötig aufheizende, stromfressende Glühlampe wird herausgeschraubt und durch die moderne LED Lampe mit sage und schreibe 24 LEDs in dem 7 cm dicken Glaskolben ausgetauscht. Das Ganze sieht nicht so elegant aus, aber auch die anderen Familienmitglieder sind bereit, Opfer zu bringen, wenn es darum geht, die Welt zu retten.
Dann wird vielleicht voll Spannung der Sonnenuntergang erwartet und wenn dann das Tageslicht keine Helligkeit mehr im Flur erzeugt, schaltet der stolze, neue Besitzer die LED Lampe ein und stellt fest, dass – praktisch ausgedrückt – die neue Technik den Flur in künstliche Dämmerung taucht, bzw. dass – fachlich erklärt – 50 Lumen eben weit weniger als 600 sind.
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