Gasag mischt mit im Berliner Strommarkt
Konkurrenz für Vattenfall
Vattenfall muss demnächst mit starker Konkurrenz auf dem Berliner Strommarkt rechnen. Gasag, der größte Gasversorger Berlins, hat aktuell bekannt gegeben, von 2011 an neben Gas gleichzeitig Strom an Privatkunden verkaufen zu wollen. Und dies zudem mit selbst produziertem Strom, der im Stromvergleich die Produkte von Vattenfall durch einen günstigeren Strompreis ausstechen soll. Die Berliner Wirtschaft darf gespannt sein, und es bleibt abzuwarten, inwiefern das Vorhaben den Finanzmarkt im Energiebereich beeinflussen wird. Denn der Wettbewerb zwischen Vattenfall und Gasag wird nun erneut verschärft. Nachdem die Unternehmen sich bereits im Wärmemarkt gegenseitig mit ihren Angeboten an Fernwärme einer- und Gasprodukten anderseits auf den Füßen stehen, bringt Gasag mit ihrem Vorhaben definitiv frischen Wind in den Strommarkt: Insgesamt lässt sich das Energieunternehmen das Projekt rund 50 Millionen Euro kosten. Bis 2016 sollen etwa 100.000 Kunden in Berlin gewonnen werden – keine unermesslich hohe Zahl anlässlich der rund 1,5 Millionen Kunden, auf die Platzhirsch Vattenfall in der Hauptstadt verweisen kann. Ökonomisch interessant gestaltet sich auch die Tatsache, dass der deutsche Tochterkonzern des schwedischen Unternehmens Vattenfall gegenwärtig 32 Prozent der Gasag-Anteile besitzt, diese aber so schnell wie möglich verkaufen möchte. Ob und wer sich allerdings dafür interessiert, ist noch unklar.
Strom aus eigenen KWK-Anlagen
Auch, auf welche Art und Weise Gasag den Strom produziert möchte, ist bemerkenswert: Es sollen nämlich Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Häusern privater Immobilienbesitzer aufgestellt werden. Hierbei wird in einem Kessel Gas verbrannt und neben Wärme so gleichzeitig Strom erzeugt. Die Finanzen der Eigentümer belastet das nicht, im Gegenteil: Sie bezahlen nach wie vor ihren herkömmlichen Gas- oder Wärmepreis, erhalten aber ein besonders attraktives Stromangebot von der Gasag. Um diese Vision in die Tat umsetzen zu können, schließt Gasag zurzeit auch mit mehreren Berliner Wohnbaugesellschaften Verträge. So sollen Bewohner der Häuser, in denen eine KWK-Anlage installiert ist sowie Verbraucher im Umkreis von etwa vier Kilometern diesen Strom verwenden können. Und sobald es geht, auch alle anderen Berliner. Was die potenziellen zukünftigen Kunden ebenfalls bei einem Stromvergleich ersehen sollen, sind güDie Gasagnstige Strompreise, deren Angebotspalette sich im Laufe der Zeit stark verbreitern soll, damit jedem Bedarf entsprochen werden kann. Und auch reiner Ökostrom steht auf dem Programm des neuen Stromanbieters, der dran denkt, in Zukunft aus 100% Sonnenlicht und Biogas Energie zu gewinnen. So baut der künftige Stromanbieter Gasag momentan in Mariendorf die bislang größte Photovoltaik-Anlage Berlins, deren Leistung bis zu zwei Megawatt betragen soll.
Die Gasag
Die Gasag ist einer der größten regionalen Gasanbieter in Deutschland. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhundert versorgt das Unternehmen Berliner Haushalte mit Energie. Während es Anfangs vor allem um den Betrieb der Straßenlaternen ging, hat sich das Aufgabensprektrum stetig erweitert. Das Gasleitungsnetz in Berlin ist heute fast 7.000 Kilometer lang. Doch auch in Brandenburg beliefert die Gasag über ihre Tochter Erdgas Mark Brandenburg GmbH immer mehr Haushalte mit Erdgas. Inzwischen zählt die Gasag mehr als 600.000 Kunden und knapp 500 Mitarbeiter. Neue Produkte wie Online- und Biogas-Tarif sollen auch junge wie umweltbewusste Kunden ansprechen. Das Engagement auf dem Strommarkt dürfte den Wettbewerb auf den Energiemärkten nicht nur im Osten der Republik verstärken.
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