Der Trank der Götter – Schokolade
Als Quetzalcoatl, der Gott des Windes, den Azteken den Kalender schenkte, brachte er ihnen auch ein Geschenk für die Sinne: die Samenkerne des Kakaobaumes und die Rezeptur für Schokolade, den Trank der Götter. Die Azteken erkannten ziemlich schnell, dass Schokolade besondere Eigenschaften hat. Der Trank konnte Wunden heilen, die Sinne berauschen und Frauen und Männer zueinander führen. Die hohen Priester veredelten das Getränk mit Mais, Blütenblättern, Gewürzen wie Chili und Honig und servierten es kalt und möglichst schaumreich als krönenden Abschluss einer Mahlzeit. Zeitweise waren die Same des Kakaobaums so kostbar, dass sie sogar als Währung zum Einsatz kamen. Nur Columbus wusste das Getränk der Götter damals nicht zu schätzen und so blieb es Hernando Cortez vorbehalten, den Europäern den Trank der Götter zu bringen. Bereits über 300 Jahre war das Getränk nun in Europa bekannt, als die englische Firma „Frey & Sons“ 1847 die erste Tafel Schokolade goss. Diese Ess-Schokolade war noch sehr spröde und hart und musste daher gründlich gekaut werden. Dennoch war die Begeisterung über die neue, praktische Form groß. Die Schokoladenfans mussten jedoch noch gut 30 Jahre harte Tafeln kauen, bis ihnen die Schokolade endlich zart schmelzend auf der Zunge zerging. Ein junger Chocolatier namens Rudolphe Lindt, so erzählt man sich, vergaß eines Tages seine „Conche“ auszuschalten und verreiste übers Wochenende. Als er zurückkehrte waren Kakaomasse und Kakaobutter drei Tage durchgehend gewalzt worden. So konnte sich ein Schmelz entwickeln, dessen Zartheit und Aroma unvergleichlich waren. Die „Schmelzschokolade“ von Rudolphe Lindt wurde berühmt und begründete den Weltruf der Schweizer Schokolade. Heute erfreuen sich alle Schokoholiker an dem zart schmelzenden Geschmack von Schokolade – egal ob in Ess-Schokoladen, in Form von Tafeln oder Pralinen, oder als leckere Trinkschokolade.
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